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Strömung …

Sie ist da und zwar immer:  Zwischen gegensätzlicher leiblicher Wesenheit fließende Energie. Doch bewußt ist sie nicht, erst durch  Achtsamkeit spürbar. Ishtar liebt die Lust. Marduk die Eindeutigkeit. Meine Seele die Vielfalt. Mein Leib alle Sinne. Und mein Herz? Mein Herz liebt die Liebe.

Verlangen nach Ausschließlichkeit – das ist meine Gewalt! Meine Härte verlangt es nach klarer Struktur! Meine Kraft, Ishtars Lust! Die Sehnsucht nach Vielfalt, Maß der Verlorenheit! Und meine Unterwerfung … Liebe pur!

Es fließt in mir. Lasse mich treiben. Nichts hat Eile. Alles darf sein.

Ahnung …

Sie tut mir nichts, meine Unendlichkeit!

Ich muß sie nur atmen lassen …

Ihren Rhythmus finden lassen …

Mich von ihrem Takt tragen lassen …

Der Gehängte…

Aus der Blockade der Ablehnung erwächst keine Annahme. Aus der Blockade des Rückzugs kein Angriff. Allein das bewußte Durchleben der ursprünglichen Impulse ermöglicht die Umkehr des Energieflusses. Stillhalten … Wahrnehmen … Zulassen …

Erst das bewußte Erleben des Kein-Mensch-Seins, ermöglicht es mir Mensch zu werden. Erst das bewußte Wahrnehmen dieser Mords-Angst, ermöglicht ihre Verwandlung. Ein Weg, nur dieser eine. Und nur ich, ich alleine.

Oooooh … diese Angst!!! Diese Hölle …

… findet ihren Höhepunkt im Bewußtsein, dem deutschen Volk anzugehören und auf seinem Territorium zu leben. Auf allen Ebenen persönlich mit Menschen verbunden zu sein, die sich nicht zu schade waren, ein unsichtbar existierendes Volk völlig willkürlich zu Kein-Menschen zu erklären. Es nicht nur zu töten, um sich zu bereichern, sondern die Lust am Mißbrauch in seinen  Qualen zu feiern. Diese vielen kleinen unauffälligen Bemerkungen zum Alltagsgeschehen, diese im Untergrund wabernde Bereitschaft, faschischistische Strukturen auch in Zukunft zu legitimieren. So gut wie jeder hat hier seinen Juden. Er heißt nur anders.

An Orientierung mangelt es nicht. Der Druck ehrgeiziger, ernsthafter, engstirniger Brüderlichkeit hat die kostbarsten Diamanten der Künste und Geisteswissenschaften geboren. Und dennoch …

Sie werden mich lynchen, wenn sie mich erkennen. Und ich werde mich lynchen, weil ich mich kenne. Ich bin von ihrem Blut.

Annehmen, was war, was ist und was in mir ist … es ist unmöglich!

Angst, verwirrend, pulsierend …  radikal und verwahrlost, kein Mensch, schwach. Ausliefern … zulassen erkannt zu werden … mich im Spiegel sehen: Flammende Urgewalt, ungezügelt, hemmungslos, bedrohlich.

Das Rad drehen …

Zur Sache, Schätzchen! Es ist an der Zeit, es aufzulösen.  … Oh doch, du kannst es!

Wie fühlt sich die Vorstellung an körperlich ein MENSCH zu sein? Ein Mensch, wie alle anderen. Zuzulassen, daß meine körperliche Präsenz als MENSCH mit dem Erleben von Grenzüberschreitungen verbunden ist?

Oh ja, da haben wir’s!

” Weit über alles Vorstellbare hinaus, öffne ich mich meinem Verlangen, menschliche Körperlichkeit grenzenlos zu erfahren.”

Oh Ishtar – das ist mein Leben???

Materielle Grenzerfahrung gegründet in der grandiosen Energie eines ungezügelten Unbewußten.

Nun gilt es, ihm den Zaum bewußter Wahrnehmung anzulegen, um es im  Zügel der Erkenntnis, auf die Weide bewußt gestalteter Erfahrung zu führen.


Ich war noch sehr klein, als ich zum Kein-Menschen wurde. Wann und wie es genau passierte, kann ich mich nicht mehr erinnern. Das ist typisch für Kein-Menschen. Seitdem verbringe ich mein Leben in der Hoffnung, unerkannt davon zu kommen. Nur wenn mir das gelingt, überlebe ich. Wenn es gut läuft, vergesse ich manchmal fast Kein-Mensch zu sein. Aber nur fast – es zu vergessen wäre tödlich. Um mich zu schützen, achte ich vor allem darauf, körperlich nicht wahrgenommen zu werden, auf Distanz zu bleiben. So erfahre ich meine körperliche Identität als bedrohlichen, unausweichlichen Zwang. Ihm zu entfliehen ist nur möglich, indem ich meinen Körper vernichte. Für meinen Körper ist das zutiefst bedrohlich und erniedrigend – ist er doch nur noch Notwendigkeit, bestenfalls ein Nutzobjekt. Nicht mehr schöpferische Bereicherung meines Lebens, sondern ein Feind, der mich quält. Denn es ist mein Körper, der mich als Kein-Mensch brandmarkt. Ich habe nie herausgefunden was daran anders ist, worin die Ursache liegt. Es ist wohl Bestimmung, Schicksal. Oft sehne ich mich danach diese körperliche Existenz zu verlassen. Aber da bin ich genauso, wie die Menschen. Ich bringe es nicht über mich, meinem Leben selbst ein Ende zu setzen.

In den Tiefen meiner Welt leben zwei Arten. Der überwiegende Anteil der Bevölkerung sind Menschen. Menschen pflegen in der Regel einen offenen und respektvollen Umgang untereinander. Die zweite Art, die sich in nichts von der ersteren unterscheidet, sind Kein-Menschen. Man erkennt sie ausschließlich daran, daß die Regeln menschlichen Sozialverhaltens für sie nicht gelten.

Die Aggression, die sie in allen Menschen grundsätzlich auslösen, ist völlig unabhängig von ihrem Auftreten. Entscheidend ist ihre körperliche Präsenz. Aufgrund dessen erleben sie sich körperlich als “Kein-Mensch”, als eine eigene Art.  Damit befinden sie sich im Zustand völliger Isolation, verfügen über keinerlei Kommunikationsmöglichkeiten. Aliens, denen der Zugang zu der Welt der Menschen verschlossen ist.

Die Menschen in meiner Welt fürchten nichts mehr, als ein Kein-Mensch zu werden. Das ist jederzeit möglich. Die Forschung zur Ursache dieses Phänomens steckt noch in den Kinderschuhen. Bisher hat man nur Erkenntnisse über die Risikofaktoren gewonnen, aber von einem Heilmittel ist man noch weit entfernt.    

Das Gericht …

Pfändung! Nun ist es da, das Gericht. Wie innen, so aussen. Wie fühlt sich das an? Angst? Ja, auch Angst, aber vor allem eine unendliche Traurigkeit aus den tiefsten Tiefen meines Seins. Und jetzt da hindurch.

Will ich das? Nein … ich will mich in die Wurzelhöhle meines Lebensbaumes schmiegen … mich  im Schutz seiner tiefhängenden Zweige hinüberträumen … in die dunkle Unendlichkeit.

Wozu das alles? Ist es mir das wert – dieses “Ich”? Und fern’ aller Weisheit fühle ich – nein, ist es nicht. Es interessiert mich nicht. Aber ist das die Frage?  Ist das wesentlich? – Ich bin! und gehe da hindurch, weil es die Wahrheit ist. Ist sie es wert? Und mein Bauch sagt: JaaaaaA !

Meer unter …

So fühlt es sich an. Wie ein finsteres, trübes  Meer in der tiefsten Tiefe, ausgedehnter als alles, was darüber liegt. Darunter noch … Unendlichkeit, leuchtende, dunkelschimmernde Klarheit.

Trüb.saal … Aaaangst. Nicht Kopfangst, nicht Herzangst … Angst im Bauch! Urangst irgendwie. In ihr, ja, in ihr wohnt sie, die dem  Gleichmut so nah verwandt und doch so anders ist: Die alles durchdringende Ton- und Bewegungslosigkeit, die  Gleichgültigkeit. Die Angst versteckt sich in ihr. Hat sich in ihr aufgelöst. Wird erst wahrnehmbar, wenn ich mich ganz bewußt und konzentriert einfühle, in das was ist. Gleichmut … Gleichangst. Hmm..

Mal sehen, was daraus wird. Im Licht.

Zulassen zu sehen und gesehen zu werden. Zu berühren und berührt zu werden. Das sind die wunden Punkte, da wird die Angst deutlich spürbar. Wie verlaufen Projektionsprozesse auf der nonverbalen Ebene? Wie decke ich sie auf? Wie bringe ich mich nonverbal authentisch zum Ausdruck? Bisher hätte ich mich lieber erschiessen lassen, als mich mit diesem Thema zu konfrontieren. Gggrrrr ….

Ich will es leben …

Nähe entstand für mich bisher fast ausschließlich aufgrund verbaler Kommunikation – aussen wie innen. Die innere Kommunikationsgrundlage ist jetzt viel breiter,  hat sich  sehr, sehr weit in die nonverbale, in die körperliche, emotionale und intuitive Ebene verschoben. Damit kann ich nicht nur den kognitiven Bezugspunkten meines Gegenübers immer weniger abgewinnen. Allein durch die Gestalt der Kommunikation entsteht eine für mich völlig neue Distanz. Ich fühle mich, “wie von einem anderen Stern”. – Ist das möglicherweise mein natürlicher Zustand? Hatte ich deshalb dieses Empfinden totaler Isolation in meiner Kindheit? Rührt daher meine Erwartung an der Erfüllung meiner individuellen Bedürfnisse gnadenlos zu scheitern? – Wie komme ich auf dieser Ebene meinem Gegenüber nahe, ohne Tabus zu verletzen, ohne übergriffig wahrgenommen zu werden? Und wie komme ich dahin, mich dem Unbewußten des Gegenübers nicht ausgeliefert zu fühlen? Wie, ja wie nur, vermittle ich das auf der verbalen, kognitiven Ebene? Zum einen verstehe ich, was da in mir geschieht ja selber nicht. Zum anderen ist es mit Worten nicht zu beschreiben. Und bei aller kommerziellen Freizügigkeit – eine echte, emotionale Nähe zum Unbewußten, zu leiblicher Identität wird in dieser, von christlichen Werten geprägten, Gesellschaft immer noch verdammt. Und vor allem – als ein zu therapierendes Opfer menschlicher Kontrollverluste. Meine Bedürfnisse stehen in absolutem Widerspruch zu jedem anerkannten Therapiekonzept. Leibliche Nähe ist völlig und emotionale Nähe weitgehend tabu. Liegt aber nicht jeder idealisierten Einseitigkeit eine Mißachtung der Vielfalt menschlicher Identität zugrunde. Mich in meiner ganzen Widersprüchlichkeit anzunehmen ist für mich der Schlüssel zur Heilung. Die Wahrnehmung dieses unerfüllbaren, verzehrenden Verlangens nach Kontakt auf diesen Ebenen fordert mir alles ab. Dem nicht mit extrem destruktiven, massiven Reizen oder Suchtmitteln entgegen zu wirken, erfordert ein grandioses Maß an Selbstbeherrschung. Da bleibt keine Kraft mehr für die ganz normalen Alltäglichkeiten, geschweige denn zur Bewältigung existentiell bedrohlicher Episoden. Ich brauche Hilfe – aber nicht um mich in neuen Varianten von Verdrängung und Unterdrückung zu üben.  zUR hÖLLE ::: … ich will es leben!

Mach II

HA…!

Soll die Angst doch leben!

Nicht ohne Angst lieben.

Mit

der Angst lieben!

Mich,

meine Welt,

und den, der mich mehr, als die Wahrheit liebt.

Und glauben!

… daß es ihn gibt …

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